DIY-Challenge #65: Eine Gabione als Beetbegrenzung

Heute habe ich ein gartenhaftes DIY-Projekt für Euch: Eine Steinmauer als Beetbegrenzung. 

Ich musste für diesen Beitrag erstmal herausfinden, wie sich sowas tatsächlich im Gärtnerlingo nennt, weil wir als Familie immer nur vom Steinbeet sprechen. Unter Steinbeet versteht der passionierte Gärtner aber etwas anderes - flach. Steine. Ornamente aus Steinen. Deko. 

Wovon wir heute reden, ist eigentlich als Gabione bekannt - also ein Drahtgitter, das mit Steinen befüllt und entweder als Mauer, Zierbeet oder Beetbegrenzung verwendet wird ... und, man glaubt es kaum, dieses Gartenelement ist echt nicht billig.


Die Beet-Vorgeschichte
Meine Mama hatte hier seit etwa 30 Jahren ein Beet für Himbeerstauden und Walderdbeerpflänzchen. Im Frühling bieten die sprießenden Himbeerblätter einen Sichtschutz auf den Terrassentisch, dann kommen die ersten Himbeeren und im Hochsommer erscheinen - gefühlt aus dem Nichts - strahlend-gelbe Sonnenhüte. Das Beet war mit einem niedrigen Holzzaun begrenzt, der wiederholt ausgetauscht werden musste, weil er unten - dort wo das Holz in der Erde steckte - natürlich immer wieder morsch wurde.


Unsere Challenge
Die alte Holzbegrenzung war morsch und kippte unmotiviert in alle Richtungen.
Das Beet war groß. Die Himbeerenstauden haben immer neue Wege entdeckt, sich zu vermehren, zu wandern und sich recht durcheinander anzusiedeln.


Wir wollten
Eine stabile Begrenzung. Das vorhandene Beet verkleinern. Die Pflanzen ordnen. Kurzum: Weniger Arbeit im Garten.


Verkleinern - ohne aber wertvolle, gesunde Pflanzen zu verlieren - hieß
- die Beetlänge von 290 cm auf 250 cm zu reduzieren
- bei der Breite rund 20 Zentimeter einzusparen

und für mich
- die Höhe der Begrenzung von 15 cm auf 40 cm anzuheben.

Letzteres war Sami nicht bewusst, bis ich das Gitter dann eines Tages angeschleppt habe. Er war sich sicher, dass es niedriger zu sein hatte, aber 1. war ich mir da schon sehr sicher, was ich wollte und 2. kann man sich das auch nicht aussuchen, wenn man einen Deal landet, so wie mir das gelungen ist ...


Wir haben uns vorab schlau gemacht, was es gibt und wollten uns bei Hornbach Folgendes ansehen:
 Das Bellissa Mauergitter f. gerade u. geschwungene Mauern L232xH40xT10 cm. (Ich zeige Euch das hier jetzt via Amazon-Affiliate-Link, weil das mit Bildrechten etc. leichter funktioniert und man es natürlich auch direkt dort bestellen könnte, ABER: es war bei Hornbach um 9€ günstiger! Allerdings muss man es vorab online in die Filiale bestellen, denn es sind entweder nur wenige Stück lagernd oder auch gar nichts vorrätig und kann erst nach einigen Tagen in die Filiale geliefert werden.)


Gesagt getan.
An sich ein gutes Produkt. Bei der Größe unseres Beetes hätte es aber geheißen, dass wir 3 Stück des Mauergitters um je 54,95 € plus rund 325 kg Steine mit einer Körnung von 25 mm - 60 mm gebraucht hätten.


Kleine Milchmädchenrechnung: 
54,95 € x 3 = 164,85 € für das Gitter
rund 325 kg Steine = 13 Säcke à 25 kg zu je 5 - 10 € - also nehmen wir einfach mal an 91 € (7 € pro Sack)
Unterm Strich also 255 Euro. Für eine Beetbegrenzung. Räusper. Nope!

Etwas desillusioniert war ich im Begriff, den Bau- und Gartenfachmarkt in meiner Nähe zu verlassen. (Dringender Kaufwunsch wegen starkem Heimverschönerungsbedürfnis und kommendem Frühling. Samstag. Viel los. Oma und Kind im Potty Training im Schlepptau. Budgetrahmen gesprengt. Keine Aktion für schwache Nerven.)

Und dann passierte Folgendes ...
Hinter der Kassa, im Ausgangsbereich, stand ein Abverkaufsregal. Dort lagen zwei Sets einer runden Gabione; Durchmesser 146 cm, 10 cm Breite, 40 cm Höhe ... reduziert auf 12 € pro Stück!

Statt für weißen Marmorkies (um 10,95 €/Sack) habe ich mich für günstigeren, aber auch sehr hübschen wolken-weißen Marmorbruch, 25-50 mm, 25kg (Hornbach-Art. Nr.: 7411543), entschieden. 13 Säcke zu je 5,55 kamen auf 72,15 Euro. Insgesamt als 96,15 € für die Beetbegrenzung.


Man könnte jetzt behaupten, dass ich bei solchen Sachen immer Glück habe, aber ich glaube viel mehr, dass man Umbauaktionen nicht übers Knie brechen, sondern sich umsehen sollte. Es sind immerhin 7 Monate seit unserem Umzug vergangen. Außerdem war die ganze Sache auch ein Gamble, weil ich mir nicht sicher sein konnte, dass man eine Gabione, die als Rundbeet gedacht ist, auch als Rechteck (oder ggfs. als Quadrat) aufstellen kann. Hätte es nicht geklappt, hätte ich die 24 € für das Gitter in den Sand gesetzt - die Steine hätte ich sicherlich retournieren können. Aber es hat geklappt und ich war wieder ein Glücksschweinchen. Du willst auch eins sein? 

Hier sind die Antworten auf Fragen, die ich mir im Vorfeld gestellt habe:

Woher weiß ich, welche Teile ich für das Steingitter brauche?
Eine Gabione kauft man für gewöhnlich in fertig zusammengestellten Sets - inkludiert sind innere und äußere Wand, Abstandhalter, Befestigungsstifte aus Metall und meist auch eine Plastikplane fürs Auslegen innen.

Kann man eine runde Steinbegrenzung/Gabione auch als Rechteck aufstellen?
Ja, das klappt. Da es nicht darauf ausgelegt ist, sollte man beim Aufbau ein bisschen Geduld mitbringen, aber feststeht, dass es funktioniert. Die Ecken habe ich mit einer Zange hineingebogen.

Wie viel Kilogramm Steine braucht man für ein Hochbeet aus Steinen/Steingitter?
Das steht in der Regel, gemeinsam mit der empfohlenen Steinkörnung, auf der Aufbauanleitung des Sets.

Muss man ein Steingitter/eine Gabione betonieren?
Möglich, aber nicht verpflichtend. Wir haben's nicht gemacht.

Muss man ein Steingitter/eine Gabione eingraben?
Es wird empfohlen, das Gitter etwa 10 cm tief in den Boden einzugraben. Wir haben diesen Schritt ausgelassen und es steht trotzdem einwandfrei.



Step by Step


Anfang/Mitte März
Alles kahl


Mitte April
Trotz mehrmaligem Wiese-Streuen wächst da, wo sich das alte Beet befand, kaum ein Halm.

Anfang Mai



Unsere Gabione hat die Abmaße 250 cm Länge (Außenmaß), 100 cm Breite (Außen), 40 cm Höhe, 10 cm Abstand von Gitter zu Gitter. An einer der Breitseiten ist es offen und lediglich durch Erde und ein Holzbrett abgestützt. Damit die oberen Enden des Gitters unter dem Gewicht der Steine nicht nach außen gebogen werden, haben wir mit Kabelbindern an zwei Stellen einen Zug gemacht.

Dass es nicht nach innen kippt, gewährleistet die viele Erde:
Das ursprüngliche Beet war nur etwa 10 - 15 Zentimeter hoch mit Erde befüllt. Die meisten Pflanzen musste ich für die Umbauaktion kurzfristig aus dem Beet evakuieren, um sie anschließend geordneter wieder einsetzen zu können. Somit war es möglich, das Beet mit Erde zu befüllen.

Kostenlose Komposterde kann man sich in Wien bei einigen Mistplätzen (Simmering, 11., Johann-Petrak-Gasse 1, Auhof, 14., Wientalstraße 51, Heiligenstadt, 19., Grinzinger Straße 151, Rinterzelt, 22., Percostraße 4 und Liesing, 23., Seybelgasse 7) holen: Genauere Infos dazu findet Ihr auf der wien.at-Seite

Die - ich würde sagen - schwerste Aufgabe war es, an den kahlen Stellen Wiese wachsen zu lassen:
1. ist es ein Spielrasen, der niemals Pausen bekommt
2. hatte ich Ende letzten Sommers mehrere Töpfe im Garten statt auf der Terrasse stehen und habe mir so einige kahle Stellen eingehandelt
3. hat die Genossenschaft Reparaturen an der Terrasse durchgeführt und die Betonplatten während der Umbauarbeiten am Rasen gelagert, was für eine weitere kahle Stelle gesorgt hat
4. ist durch die Beetverkleinerung ein nicht unbedeutendes Stück Erde freigelegt worden, das es zu begrasen galt
5. haben wir eine Schaukel auf den Marillenbaum gehängt - dort, wo die Füße schleifen können, ist alles komplett erdig

Wir hatten Super-Rasen inklusive Dünger aus dem Gartencenter und zwei verschiedene Super-Billig-Rasensamen plus extra Dünger von Hofer, dreimal habe ich Rasendünger gestreut und das, was nun schlussendlich Erfolg zeigt ist: viel, viel, viel gießen.
Egal welche der drei gerade in unserem Gartenspind verfügbaren Samen wir nehmen (Rasen (ohne Spezifikation), Spielrasen, Schattenrasen), wichtig ist, dass viel gegossen wird und die Samen Ruhe bekommen.


Da es völlig unrealistisch ist, die Kinder drei Wochen aus dem Garten wegzuhalten, machen wir es einfach so, dass wir immer nur ein kleines Stück mit vier Stangen und gespanntem Faden kennzeichnen, das wir sie bitten, beim Spielen auszulassen. Funktioniert (mehr oder weniger).
Rund um die Gabione ist schon sehr gut Wiese gewachsen, so mancher kahle Fleck ist verkleinert oder ganz verschwunden und was den Rest - insbesondere Punkt 5 betrifft - da braucht die gute Mutter einfach ein bisschen mehr Chill: Es ist ein Spielgarten.
 


P.S.: Verratet mir doch mal, was Eure liebsten Gartenpflanzen sind! Ich muss auf dem Gebiet noch ganz viel kennenlernen!

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