Sechs perfekte Weihnachtskekse

Ich habe gigantisch weirde Zitronenringe und Orangentaler ausprobiert, butter-overloadete Spritzkekse und steinharte Schweineöhrchen, Schokokipferl und Aniskekse, Nussbusserl und komische Mürbteigkekse mit marmeladegefüllten Mulden und bin bei so manchem todsicheren Klassiker eingefahren. Ich dachte schon, dass ich Kekse-Backen nicht mag, aber es stimmt nicht - ich mag nur grausliche, optisch missratene Kekse nicht. Und am allerwenigsten mag ich Kekse, die gut ausschauen und nach nichts schmecken. 

Darum: Sechs Kekse, die gut schmecken, einander geschmacklich und optisch gut ergänzen und Kekse, die zu guter Letzt deshalb bei mir punkten, weil sie entweder wirklich einfach sind ODER als einzige richtige Skill das sorgsame, dünne Ausrollen von Teig erfordern. 

Selbstverständlich habe ich sie nicht fotografiert... darum werde ich das nachholen und Fotos der fertigen Kekse nachliefern - in der Zwischenzeit gibt es ein paar Platzhalter-Fotos.

Das perfekte Keks
Auch bekannt als: Milchkekse nach Linzeraugenart

Meine Lieblingsausstechform: 
Für Kekse nach Linzeraugenart: kreisrund mit Wellen, Deckel mit Loch in der Mitte, Formgröße: ca. 4 cm Durchmesser
Für Taler mit Punschglasur: kreisrund, zirka 4cm Durchmesser
Eine kleine Liebeserklärung: Statt klassischen Mürbteigkeksen - mit Marmeladefüllung, Schokoguss oder im Linzeraugen-Style - mache ich seit Jahren die absolut himmlische Alternative: Milchkekse. Eine Woche nach dem Zusammensetzen haben sie so wunderbar von der Marmelade angezogen, dass sie im Mund zerfallen. Klassische Mürbteigkekse können da überhaupt nicht mithalten. Ich mache normaler Weise die doppelte Menge (hier unten ist fürs Erste die einfache Menge angegeben) und teile den Teig in eine Portion für Linzeraugenkekse und einen Teil für Punschtaler. Für zweitere Kekse backen, mit Marmelade zusammensetzen, in Punschglasur tunken und mit gehackten Pistazien bestreuen.

250 g Mehl
1/2 Pck. Backpulver
180 g Butter (ich verwende Margarine)
120 g Staubzucker
1 Pck. Vanillezucker
1 Messerspitze Zimt
1 Messerspitze Salz
3 EL Milch

100g geriebene Nüsse (mische hier 80 g Mandeln mit 20 g Haselnüssen ODER 100 g Mandeln, nur Haselnüsse sind deshalb nicht so ratsam, weil sie eine Bitternote erzeugen)

Zutaten vermengen, 1 Stunde kühl stellen, hauchdünn ausrollen, ausstechen, sollte der Teig zu klebrig sein, gebt noch ein bisschen Mehl und Mandeln dazu, bis er sich gut ausrollen lasst - mit Gefühl. Damit mir der Teig nicht auf der Tischplatte klebt, rolle ich immer auf einem Backpapierbogen aus.
Ober-/Unterhitze: 170°C
Backzeit: ca. 7 Minuten, die Kekse sind noch hell (siehe Foto auf der Seite) und ein wenig weich, wenn sie fertig sind, härten nach dem Abkühlen vollständig aus, danach mit Marillenmarmelade zusammensetzen.


Tipp zur Marmelade: Aus Überzeugung verwende ich für Weihnachtskekse die ganz günstige Marmelade von Hofer im Plastikküberl - würde ich mir niemals aufs Brot schmieren, aber für diesen Zweck genau richtig. Marmelade in ein Mikrowellen geeignetes Geschirr geben und ca. 1 1/2 Minuten aufwärmen. Die Marmelade wird weich und lässt sich mit einem Kaffeelöffel auf die Kekse tropfen. Auch möglich: In der Apotheke nach der größten Spritze fragen, die Spitze ein bisschen abschneiden, sodass die Öffnung größer ist und mit der Spritze die Marmelade verteilen. Marmelade ein paar Minuten trocknen lassen und die Deckel auf die Kekse setzen.


Das britische Teekeks - österreichisch gepimpt
Auch bekannt als: Haferflockenkekse
Meine Lieblingsausstechform: Die einzig wahre, einzig mögliche Form sind kleine Häufchen
Eine kleine Liebeserklärung: Herrlich zu Tee und Kaffee, am köstlichsten kurz eingetunkt


125 g Butter (ich verwende Margarine)
250 g Haferflocken
250 g Mehl
1 Pck. Backpulver
175 g Zucker (gerne auch Rohrzucker)
1 Pck. Vanillezucker
1 Prise Salz
1/2 TL Zimt
Saft 1/2 Zitrone
2 Eier
3 EL Milch

Butter in der Mikrowelle (oder am Herd) flüssig machen, Haferflocken und Butter verrühren, Mehl & Backpulver, Zucker, Vanillezucker, Salz, Zimt und Zitrone dazugeben, Eier und Milch hinzufügen und (am besten mit der Küchenmaschine verrühren.
Noch besser schmeckt es, wenn man klein geschnittene Cranberries (gibt es zB bei Hofer) hinzugibt. Ich habe es auch schon mit Rosinen, gehackten Mandeln und Schokoladestücken probiert - war alles nicht so lecker wie die Cranberries.
Mindestens 1/2 Stunde kaltstellen, sonst wird es eine klebrige Angelegenheit.
Den Teig mit einem Teelöffel in kleine Portionen teilen und in ca 1,5 cm große Kugeln rollen (verformen sich dann zu kleinen Häufchen, die aber sehr viel adretter aussehen, als würde man nur Häufchen auf das Backpapier setzen)



Ober-/Unterhitze: 180°C
Backzeit: ca. 25 - 30 Minuten

Farbliche und geschmackliche Alternative
Auch bekannt als: Mohntaler
Meine Lieblingsausstechform: kreisrunde Taler, zirka 4cm Durchmesser

Eine kleine Liebeserklärung: Eifreie Kekse - da traut sich sogar Uroma mit ihrer Angst vor Salmonellen zugreifen. Außerdem mag ich die geschmackliche Alternative zu den sonst oft sehr süßen Keksen.
250 g glattes Mehl
1/2 TL Backpulver
125 g Staubzucker

1 Pck. Vanillezucker
80 g geriebener Mohn

100 g geriebene Mandeln
125 g weiche Butter (ich verwende Margarine)
Füllung: Marmelade mit ein wenig Säure wie zB Brombeere (aus dem Garten) oder Ribisel (im 600g-Küberl bei Penny Markt)


Mehl und Backpulver mischen, danach mit den übrigen Zutaten zu einem Teig verkneten.
Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und 1/2 Stunde kalt stellen.
Teig dünn ausrollen - ca. 3 mm.
Ober-/Unterhitze: 180°C
Backzeit: ca. 10 Minuten

Kekse mit Marmelade zusammensetzen und (am nächsten Tag) zur Hälfte in Schokolade eintauchen.


WeihnachtsduftverbreitungskekseAuch bekannt als: Zimtsterne
Meine Lieblingsausstechform: Klassisch. Sterne.
Eine kleine Liebeserklärung: Beim Backen geht es oft um sinnvolle Restlverwertung. Oft braucht man mehr Dotter als Eiklar. Das Eiklar lässt sich dann zu wunderbaren Keksen, die viel Eischnee brauchen, verarbeiten - bei mir sind das Zimtsterne oder Toffifee-Kekse. Außerdem sind Zimtsterne glutenfreie Weihnachtskekse.
5 Eiweiß
450 g Staubzucker
500 g geriebene Mandeln
2 TL Zimt

1 Schuss Zitronensaft

Eiklar aufschlagen (laaaaange) und mit Staubzucker verrühren, 8 Esslöffel für die Glasur in ein Schüsserl geben, Mandeln, Zimt und Zitrone zum übrigen Eischneeteil geben.
Sterne ausstechen, mit der Glasur bestreichen.
Ober-/Unterhitze: 150°C
Backzeit: ca. 10 Minuten


The Munchies
Auch bekannt als: Toffifee-Kekse
Meine Lieblingsausstechform: kleine Berge
Eine kleine Liebeserklärung: Eine Entdeckung. Eine Offenbarung. Die Kekse hat eine Freundin mal zu einem My-Glorious-Videodreh mitgebracht. Sie sind so gut, dass sie es sofort in die Permanent Collection der Must Bakes geschafft haben. Übrigens auch toll zur Eiklarverwertung und mit glutenfreien Oblaten auch glutenfrei möglich.
3 Eiweiß
90 g Kristallzucker
200 g geriebene Haselnüsse - oder ein gleichwertiges Gemisch aus Haselnüssen und Mandeln
3 Pckg. Toffifee
45 Backoblaten mit ca. 4cm Durchmesser

Eiweiß und Zucker fest (mittelfest - steif genug, um die Schüssel umdrehen zu können, aber viel fester muss es wirklich nicht werden) schlagen, Nüsse unterheben. Eine weiche Masse entsteht - trotz der Konsistenz versuchen, einen Kleks auf die Handfläche zu bekommen, die etwa 1cm dick ist und 6cm im Durchmesser. Toffifee mit der abgeflachten Schokoseite auf die Oblate legen und die Eischnee-Nuss-Masse darüberstülpen, sodass das Toffifee gut verpackt ist. Ist es nicht gut verpackt, schmelzen Schokolade und Karamell, rinnen heraus und werden hart.
Ober-/Unterhitze: 170°C
Backzeit: ca. 25 Minuten


Happy Baking!

Danke fürs Vorbeischauen.

P.S.: Heuer werde ich all diese Kekse als glutenfreie Weihnachtskeks-Variante backen und dazu Buchweizen- & Reismehl mischen. Da einige der Kekse statt Mehl nur Nüsse enthalten, denke ich, dass auch die drei Zöliakiekranken in der Familie eine wirklich leckere Weihnachtskeks-Auswahl haben werden.

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