Ein paar Stichworte


Da wir noch nicht so weit sind, vollständige DIY-Challenges mit zugehörigen Fotos in den Zimmern zu posten (da letztere noch nicht geordnet genug sind), kommen noch ein paar Umzugsnachsätze.




"Wir" muss ich deshalb sagen, weil Sami mich beim Herumelektrotechnisieren unserer neuen Wohnzimmercouchtischlampe fordernd gefragt hat, wie viel Credit ihm wohl für seine wertvolle Arbeit zusteht. "Na, voller natürlich!", hab ich versprochen, tilge hiermit meine Bringschuld und erwarte mir insgeheim, Credit für einen der Songs seines neuen (und sehr lässigen) Bandprojekts zu bekommen, dessen Name hoffentlich bald auf Facebook verraten wird...
Lob & Anerkennung: Er ist ein sehr braver Arbeiter, der viele eigene Ideen ankarrt und sie auf meine Haus-Pinterest-Wall pinnt. So auch die, für die Lampe aus IKEA-Blumenübertöpfen (auf Instagram @VlikeVeronika kann man schon was davon sehen, hier auf veronicards.blogspot.com folgt ein Beitrag).


Credit. Ein gutes Stichwort. Kredit brauchen wir zwar keinen, aber gemessen an dem, was man da an Liquidem in so einen Umzug reinfließen lassen muss, könnte man meinen, dass so ein Haus in der Wüste steht. Lustig also, dass man "sein Haus nicht auf Sand bauen" soll.
Dass dem aber eh nicht so ist, weiß ich, seit ich vorgestern im Garten nach 30 Zentimetern mieser Erde mit dem Spaten auf steinharten Bauschutt gestoßen bin, als ich versucht habe, einen Rosenbusch zu verpflanzen (und ihn dabei vermutlich getötet habe). Gartenarbeit hat für mich eine völlig neue Bedeutung bekommen: GartenARBEIT... WORK, draußen... workOUT(side)



Workouts werden nunmehr muskelgruppensortiert durchgeführt: tagsüber 20 verteilte Spielzeugteile in Kniebeugen hebend, aufstapelnd und in getrennte Zimmer tragend, vom zugewiesenen Platz ausgewanderte Himbeerranken mit vollem Gewicht auf den Spaten springend lockern und mit Oberarmkraft aushebelnd oder auch fahrradlenkerverreißenden OhschaueineSchnecke-Beobachtern hinterherhechtend,... somit finde ich um 21 Uhr meist nicht mehr das Qi, das Gong oder den Yogi in mir, um einer straffen Frühzwanzigerin auf Youtube bei ihrem early morning Thailand beach workout nachzueifern. (Solltet ihr das aber in eurem Leben und/oder Tagesplan vermissen: The Perfect Workout)
Nein, stattdessen male ich zur späten Stunde die Küche aus, decke natürlich nicht ab (weil das Zeit kostet) und streiche, während Sami, mit dem Handy am Küchentisch sitzend, Waschbeckenunterschränke sucht, über seinem immer weißer gesprenkelten Haupthaar hinweg aus. Parallel schauen wir Mr. Robot, die Amazon-Serie, der ich schon kaum folgen konnte, bevor ich die ersten beiden Folgen der 2. Staffel verschlafen habe. Sami hilft jetzt mit, weil der Boden und die Sitzbank eingeschweindelt sind und ich innerlich koche. Mein Laptop - wohlgemerkt wichtigstes Arbeitswerkzeug - wird mit Wandfarbe angeweißelt. Es ist spät, es herrscht punktuell Chaos, ich fluche. Es macht nichts: Ich habe letzte Woche gelesen, dass fluchende Nachteulen erfolgreicher und intelligenter sind. Lebenstechnisch gesehen. Das ist gut. Das behalte ich.


Mein Papa (hier meist als "Opa" bezeichnet) ruft aus dem
Vorzimmer: "Wir haben ein paar Reservebirnen.
Sollen wir die da lassen." Ich aus dem Wohnzimmer:
"Ja-a, gerneee." Seither weiß ich, dass man die Menge
Vierzig auch als  "ein paar" betiteln kann.
Behalten... auch so ein Stichwort. Im Leben sollte man ja nur das behalten, was einen glücklicher macht. Das gilt sowohl für Glaubenssätze, als auch für das Zeug, mit dem man sich umgibt. Wenn ich wirklich danach leben würde, müsste ich endlos viel Zeug weggeben. Das Schwierige - und hier sehe ich mich als Mutter und/oder WG-Bewohnerin SEHR gefordert - ist es, bei meiner Entscheidung für oder gegen das Behalten danach zu gehen, was die anderen Menschen in diesem Haushalt glücklich macht... UND GENAU DESHALB KOMMT HIER NICHTS WEG! Wir würden die Ramsch-Lade der Kinder (mit Plastikentlein als Impftrostgeschenk vom Doktor und Überaschungsei Firlefanz) am liebsten verschwinden lassen, die Kinder würden unsere Handys wegwerfen. Die kleine Miss die Bohrmaschine, an der sie sich ständig stößt, weil sie nicht auf den Boden schaut. Der kleine Lord braucht das Gras im Garten nicht, weil es kitzelt. Ich will den Buggy mit dem abgerissen Anhänggurten zum Mistplatz führen, den will aber Opa unbedingt behalten. Opa braucht das Gartenbett nicht mehr, aber Oma findet: "Ich sitz da immer toll drauf." Und dann kommt Oma zu mir und sagt: "Du wirst das Haus genauso verramschen wie wir."
Ich atme ein, ich atme aus... schicke den Buggy mit Opa ins neue Haus, das Gartenbett darf bleiben, die lange Leiter, die Sami hier nicht haben will, kommt zu den Eltern. "Der Marillenbaum trägt sowieso nur alle zwei Jahre", denke ich mir und winke der Leiter hinterher, als sie über den Gartenzaun gehievt wird. "Im Juli 2018 sehen wir uns wieder", nicke ich ihr in Gedanken zu, gehe ins Haus und schmeiß mal nur 3 Überraschungsei-Inhalte weg, die sowieso nicht mehr vollständig oder intakt sind und hoffe, dass es nicht genau die sind, die heute Abend gebraucht werden.




Der Abend - im wahrsten Sinne ein Stichwort. Die Little Miss wird von Gelsen gestochen. Hatten wir in der alten Wohnung so gut wie gar nicht - welches Vieh verirrt sich schon in den dritten Stock? Die erste Nacht hier - heute ist es 15 Tage her - war abenteuerlich: Bis 21:30 Uhr war, wegen der "lauten Geräusche", nicht einmal ansatzweise an Schlaf zu denken - es ist hier SO laut und SO dunkel. Baustellenlärm, Lichtsmog, Straßenverkehr - alles kein Problem. Aber wenn 200 Grillen vor dem Fenster musizieren und keine Straßenlaterne mehr ins Zimmer scheint, bekommen es Stadtkinder mit der Angst zu tun. "Vielleicht gibt es den Grüffelo ja doch", wird des nächtens hin und her überlegt.
Ich bin im Dauereinsatz gegen Spinnen, Schnaken und Schnecken und für arme Käfer, die im Plantschi zu ertrinken drohen. Einmal haben wir auch freundliche Schnecken mit Häusern getroffen. Denen haben wir Reiswaffeln verfüttert. Sie mochten sie.



Und dann habe ich noch einige bahnbrechende Beobachtungen zum Jenseits und Diesseits der Donau gemacht! "Aber das ist", wie der Selfman von Baumax immer schon sagte, "eine andere Geschichte".


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