Die Zeit zum Basteln finden

Man mag es glauben oder nicht - Basteln ist nicht mein Job (jedenfalls nicht der, der mir den Virginia-Pfefferschinken aufs französische Baguette zaubert). Handwerklich kreativ zu sein, hat als Hobby begonnen und ist mir über die Jahre ans Herz gewachsen. Biologisch gesehen haben wir uns von einer Wirt-Gast-Beziehung zu einer Symbiose entwickelt: Das Kreative baut mich auf und das Hobby ist nicht mehr das Fass ohne Boden, das es zu Beginn war, sondern erhält sich selbst. Vielleicht ist es dann kein Hobby mehr, sondern viel mehr ein Nebenjob, ich weiß es nicht - das Basteln und ich haben immer wieder Definitionsprobleme.

Ich bin nun mal nicht in erster Linie DIY-lerin. Ich bin 2-fache Mutter, Ehefrau, Berufsstatus: Selbstständig, habe eine große Familie, wo ich die Aktivität meiner Lebensgeister genauso oft beweisen muss, wie in meinem Freundeskreis, bin zu einem Gutteil für den Haushalt zuständig, sitze an Krankenbetten und so weiter - ganz normales Leben also. Platz für Hobbies hat man nicht, man muss ihn sich bewusst schaffen.

Mit den Händen zu arbeiten erdet unheimlich. Das wird ein Häuslbauer genauso wie Gärtner sagen und ich behaupte es auch. Es bringt mich in die Mitte und macht mich ruhig, mit meinen eigenen Gedanken oder auch in der Gedankenlosigkeit gelegentlich allein sein zu dürfen. Ich brauch das. So wie andere ihren täglichen Sport, ihr Fußballmatch, ihre Spa-Besuche, den wöchentlichen Frisör, die regelmäßige Maniküre, das Magazin-Abo, die Waldspaziergänge, das Zusammensitzen mit Freunden, das Fortgehen, tonnenweise Bücher,... Ich muss immer schmunzeln, wenn ich gefragt werde, wann ich zum Basteln komme, weil ich denke: "Naja, wenn die Kinder im Bett sind... Immer dann, wenn ihr EUREN Hobbies nachgeht."
Sicherlich gehöre ich zu denen, die nicht stillsitzen können - ich mache immer etwas. Meist zwei Dinge nebeneinander. Geht hin und wieder schief und es würde mir auch gut tun einen Gang runterzuschalten, aber - das wissen viele, die auch Betreuungspflichten haben - nach einem Tag, der fast gänzlich vom Timing aller anderen bestimmt war, habe ich nicht nur Lust selbst wieder das Steuer in die Hand zu nehmen, um das Navigieren nicht zu verlernen, sondern habe auch - nachdem ich die erste "Die Kinder sind im Bett. Jetzt bin ich k.o."-Welle durchtaucht habe - einen irrsinnigen Drive etwas zu tun, was ich 14 Stunden lang nicht tun konnte.

Und dann ist da noch das kleine Detail am Rande... mein Mann ist Musiker - phasenweise viel unterwegs. Der alleinige Chef zu sein kostet zwar untertags mehr Energie, abends reduziert es aber die Termine und To Do's und genau dann geht basteltechnisch einiges weiter.




Und damit bin ich am Ende der laufenden veronicard-Serie, über die 3 am häufigsten gestellten Fragen, angekommen. Wenn ihr noch welche habt, dann immer nur her damit und ich werde sie in einem der nächsten Blogs beantworten.

Hier geht es zu den anderen Beiträgen der Serie:
Der veronicard-Kern
Lohnt sich Selbermachen?
Was mich inspiriert


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